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Warum tauschen wir Eier im Stadtteil-Zentrum?

Der Eiertausch ist die derzeit einzige tierschutzgerechte und wirkungsvolle Methode zur Regulation der Stadttauben

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Eiertausch in Steele

Eiertausch in Steele

Die Stadttaube stammt von domestizierten und verwilderten Haus- und Brieftauben ab. Ihnen wurde ein Brutzwang angezüchtet, so dass sie bis zu 7 mal im Jahr brüten. Der Eiertausch ist die derzeit einzige tierschutzgerechte und wirkungsvolle Methode zur Regulation einer Stadttaubenpopulation.

Die Eltern brüten bis zu 22 Tage auf unseren Kunststoffeiern: ein neuer Schlupf wird verhindert. Würden wir die Eier aus dem Nest nehmen, ohne sie gegen künstliche Eier auszutauschen, würde die Täubin schon einige Wochen später neue Eier legen, unabhängig vom Nahrungsangebot.

Wir durchleuchten die Eier und tauschen sie, bevor sich ein Embryo gebildet hat. Neben dem Stress durch den Verlust des Geleges würde durch das ständige Eierlegen auch ein Kalzium-/Nährstoffmangel und damit ein schwaches Immunsystem entstehen. Das Ziel ist ein kontrollierter und gesunder Taubenbestand in den Stadtteilen.

Wilde Nester in Borbeck und Steele melden

Die Verschmutzungen durch das wilde Brüten können für die betroffenen Geschäfte zu einer Belastung werden, wenn sie mit diesem Problem allein gelassen werden.

Sollten Sie im Stadtteilzentrum von Essen-Borbeck oder Essen-Steele ein Stadttauben-Nest entdecken oder betroffen sein, informieren Sie uns. Bitte senden Sie uns die Adresse und ein Foto des Standorts (Zugänglichkeit) per E-Mail.

Bitte beachten Sie:

Wildtauben wie Ringeltauben (Bild oben) sind besonders geschützt. Ihre Eier dürfen nicht ausgetauscht und die Nester nicht entfernt werden.


Unser Eiertausch-Team aus Essen-Borbeck sucht noch ehrenamtliche Verstärkung!

Wenn Sie oder Du Interesse hast: wir gehen einmal wöchentlich durch das Stadtteilzentrum. Schreibe uns einfach eine E-Mail.

Das Verschließen der wilden Brutplätze macht bezüglich der Populationsregulierung nur dann Sinn, wenn diese Tauben an den Stadttaubenschlag gewöhnt sind. Andernfalls suchen sie sich einen neuen Brutplatz, der womöglich schwerer zugänglich ist, falls wir ihn finden. Solange wir Eier austauschen, schlüpft kein Nachwuchs. Verlassene Brutplätze sollten fach- und tierschutzgerecht verschlossen werden, bevor sich neue Brutpaare ansiedeln.

Immer wieder werden uns Brutplätze gemeldet, die erst durch das Fiepen geschlüpfter Taubenküken entdeckt werden. Diese jungen Tiere, die noch keinen Bezug zu ihrem Schlupfplatz haben, nehmen wir mit, um sie etwa 10 bis 14 Tage in der Eingewöhnungsvoliere an den Stadttaubenschlag zu binden.

Dies ist auch wichtig, damit sich die Stadttauben im Schlag an die neue Taube gewöhnen, so dass sie sich dem Schwarm anschließen darf und freigelassen werden kann. Ängstlichere Jungtiere möchten den Schlag nicht verlassen, während sich dominantere Tiere schneller durchsetzen. Der Schwarm hält sich zu 90 Prozent im Stadttaubenschlag auf. Selbst wenn nicht ausreichend Nistplätze vorhanden sind, kommen gewöhnte Straßentauben immerhin abends, um dicht gedrängt mit dem Schwarm im Schlag zu übernachten.

Eine gefangene verpaarte Straßentaube ohne den Partner an den Schlag zu gewöhnen, ist nahezu unmöglich. Weibchen sind dabei eher als Männchen bereit, sich an einen neuen Partner zu binden.

Ein Futterplatz alleine bindet nicht unbedingt Straßentauben. Eine Stadttaube wird immer versuchen, sich einem Schwarm anzuschließen, weshalb wir in neuen Stadttaubenschlägen einen Lockschwarm einsetzen. Die Tiere von etablierten wilden Futterplätzen zu entwöhnen, ist allerdings ein längerer Prozess. Neue wilde Futterplätze im Umkreis (etwa 300m) des Stadttaubenschlags wirken sich deshalb immer kontraproduktiv auf unsere Arbeit aus, auch in Hinsicht auf die Gesundheit der Tiere, die im Schlag mit artgerechtem Futter versorgt werden.


Links


Wildtauben identifizieren auf der Website des NABU

Taubennest auf dem Balkon?

Mehr lesen auf unserem Blog


(PDF) auf der Website „Stadttaubenprojekt Stuttgart“ des Tierschutzverein Stuttgart e.V.